Giacomo Meyerbeer

Am 2. Mai jährte sich der Todestag Meyerbeers zum 158. Mal. Ein etwas krummes Jubiläum das wir trotzdem zum Anlass nehmen, um an diesen Komponisten zu erinnern. In unserer Notenabteilung finden Sie eine große Asuwahl seiner Werke.

Jakob Meyer Beer wurde am 5.09.1791 als Sohn des jüdischen Zuckerproduzenten und Bankiers Jacob Herz Beer (1769–1825) und der Amalie („Malka“) Beer, einer Tochter des Liepmann Meyer Wulff, in einem Reisewagen geboren, mit dem seine Mutter von Berlin nach Frankfurt (Oder) unterwegs war. Er befand sich zu diesem Zeitpunkt vor dem Gasthof „Zum deutschen Haus“ in Tasdorf in der Nähe von Berlin. Dieses Haus stand bis Januar 2013 und wurde dann abgerissen (bewohnt war es bis ca. 1990). Eine Gedenktafel, die sich an diesem Haus befand, befindet sich jetzt in der Heimatstube der Gemeinde Rüdersdorf.

Jakob wurde frühzeitig unter Leitung von Franz Seraphinus Lauska (1764–1825), zeitweilig auch von Muzio Clementi zum Pianisten ausgebildet und trat als solcher bereits im Alter von neun Jahren an die Öffentlichkeit. Seine späteren Kompositionsstudien leiteten der Kapellmeister B. A. Weber, Carl Friedrich Zelter und ab 1810 der Abbé Vogler in Darmstadt, wo Carl Maria von Weber sein Mitschüler war. Zu jener Zeit komponierte er kirchenmusikalische Werke verschiedener Art sowie eine Kantate mit dem Titel: Gott und die Natur. Ab 1810 zog er die Namen Meyer und Beer zu einem Wort zusammen und nannte sich Meyerbeer. Im gleichen Jahr trat er der Gesellschaft der Freunde bei. Während der Studienzeit bei Zelter in Berlin war er auch Mitglied in der Sing-Akademie.

Zur dramatischen Komposition übergehend, schrieb Meyerbeer die Oper Jephthas Gelübde, die in München zur Aufführung kam und recht erfolgreich war. Anfang 1813 ging er nach Wien und widmete sich hier zehn Monate lang musikalischen Studien bei Antonio Salieri. Seine zweite Oper Wirth und Gast wurde zunächst in Stuttgart (Dirigent: Conradin Kreutzer) aufgeführt; in Wien kam sie in bearbeiteter Form auf die Bühne als Die beyden Kalifen, wobei auch die damals sehr bekannte Sopranistin Cathinka Buchwieser mitwirkte. 1814 komponierte Meyerbeer noch für Berlin ein Singspiel Das Brandenburger Tor und ging dann nach Paris. Ende 1815 wechselte er auf Anraten Salieris nach Italien, wo er in dem neuen, durch Gioachino Rossini begründeten Opernstil für die dortige Bühne eine Reihe von Opern schrieb. In Deutschland bekannt wurden Emma di Resburgo (Emma von Roxburgh), Margherita d’Anjou und Il crociato in Egitto (Der Kreuzritter in Ägypten), ein Stück, das ihm den endgültigen Durchbruch in die europäische Musikszene brachte. Die übrigen waren: Romilda e Costanza (Romilda und Constanza), Semiramide riconosciuta (Die wiedererkannte Semiramis), L’esule di Granada (Das Asyl von Granada) und Almansor.

Die folgenden Jahre verbrachte Meyerbeer pendelnd zwischen Berlin, Paris und Baden-Baden

1824 nach Paris zurückgekehrt, verband er sich mit dem Dramatiker Eugène Scribe, mit dem er zum Hauptvertreter der französischen Großen Oper des 19. Jahrhunderts wurde. Dieser Verbindung verdankte die Oper Robert le Diable (Robert der Teufel) ihre Entstehung, welche 1831 uraufgeführt wurde. 1834 wurde Meyerbeer als auswärtiges Mitglied in die Académie des Beaux-Arts aufgenommen.

Sein nächstes großes Werk war die ebenfalls von Scribe gedichtete, Anfang 1835 vollendete, aber erst am 29. Februar 1836 aufgeführte Oper Les Huguenots (Die Hugenotten). Allerdings wurden im Hinblick auf Diskussionen des Zusammenhangs von Religion und Gewalt bei späteren Aufführungen in römisch-katholisch geprägten Gegenden zum Teil weitgehende Textänderungen vorgenommen. Charlotte Birch-Pfeiffer verlegte die Handlung nach London mit Ersetzung der Katholiken und Hugenotten durch Anglikaner und Puritaner, so dass die Oper mit dem Titel Die Anglikaner und Puritaner 1838 in München erstmals aufgeführt wurde. In Wien kam die Oper unter dem Titel Die Welfen und Ghibellinen, in Kassel und Prag unter dem Titel Die Ghibellinen in Pisa auf die Bühne.

Im Jahr 1842 wurde Meyerbeer vom König von Preußen als Nachfolger Gaspare Spontinis zum Generalmusikdirektor der Berliner Oper ernannt, mit der Verpflichtung, vier Monate im Jahr zu dirigieren; doch hatte die Stellung in Wahrheit eher den Charakter eines Ehrenamtes. Auf das damit verbundene Gehalt von 4000 Talern verzichtete Meyerbeer zu Gunsten der Kapelle. Im selben Jahr wurde Meyerbeer in den Orden Pour le Mérite aufgenommen.

An Kompositionen folgten jetzt u. a. die Oper Ein Feldlager in Schlesien, zur Einweihung des Berliner Opernhauses geschrieben und 1844 zuerst aufgeführt; ferner die Musik zum Trauerspiel Struensee seines verstorbenen Bruders Michael Beer, sowie seine dritte große Oper Le prophète (Der Prophet), die 1849 in Paris uraufgeführt wurde und ab 1850 auch auf den größeren deutschen Bühnen die Runde machte.

Die letzten Arbeiten Meyerbeers, der von nun an abwechselnd in Berlin und Paris lebte (er hatte sich 1846 in Berlin auf unbestimmte Zeit beurlauben lassen), waren die Umarbeitung seines Feldlagers zu der für Paris bestimmten komischen Oper L’étoile du nord (1854) und eine zweite komische Oper, Dinorah ou Le pardon de Ploërmel (Die Wallfahrt nach Ploermel; 1859 uraufgeführt); ferner Gelegenheitsstücke, zu denen ihm Friedrich Schillers 100ster Geburtstag (Schillermarsch, 1859), die Krönung Wilhelms I. zum König von Preußen (Fackeltänze, 1861) und die Weltausstellung London 1862 (Festouvertüre) Anlässe boten.

Während er in Paris die Aufführung seiner bereits 20 Jahre zuvor begonnenen, aber erst 1863/64 vollendeten vierten großen Oper L’Africaine (Die Afrikanerin) vorbereitete, starb er plötzlich am 2. Mai 1864. Die Leiche wurde testamentarischer Bestimmung gemäß zur Bestattung auf dem jüdischen Friedhof an der Schönhauser Allee nach Berlin gebracht; in Paris wurde jedoch eine Totenfeier veranstaltet. Ein Jahr später wurde die letztgenannte Oper in einer bearbeiteten und gekürzten Fassung unter der Leitung von François-Joseph Fétis in Paris aufgeführt.

Quelle: Wikipedia